Einmal Antwort, bitte!

Bald ist es wieder soweit. Dann habt IHR die Möglichkeit euren all-vier-jährigen Basis-Beitrag zur Bundespolitik zu leisten. Dann dürft ihr doch direkt wieder wählen gehen. Wer bis dato keine Ahnung hat was er wählen möchte, kann einen der vielen Wahltester verwenden und seine Einstellung gegen die der Wählbaren abgleichen.

Der klassische Wahl-o-Mat braucht noch ein wenig, aber es gibt auch Alternativen. Ein Beispiel: DeinWal Das ist kein klassisches Wahlprogrammabfrage-Tool sondern überprüft eure Entscheidung gegen das Abstimmungsverhalten im Bundestag. Hilft natürlich nicht bei noch nicht im Bundestag vertretende Personen.

So, Tool habt ihr durch, die langfristige Wahlprogrammanalyse ist abgehackt. Was könnt ihr noch machen? Natürlich, Fragen stellen. Schaut beim Infostand vorbei, hört euch die klassischen Floskeln an und stellt selbst ein paar Fragen. Habe ich auch gemacht, aber nicht beim Infostand. So, als Digitalnative natürlich über das Internet. Und das könnt ihr auch. Entweder schreibt ihr ein paar nette E-Mails und lasst euch die ganz persönlich beantworten oder ihr schaut mal bei Abgeordnetenwatch vorbei. Dort habt ihr die Möglichkeit eure Fragen ganz öffentlich an die Leute zu stellen.

So, wie ich zum Beispiel. Ausgepickt habe ich mir die „großen“ Vier, ihr Wahlprogramm durchgeblättert und einfach mal eine Frage gestellt: AfD, CSU, Die Linke und SPD. FDP hat sich leider disqualifiziert, da nur angemeldet aber ohne Bild und mehr Infos. ÖDP und Freie Wähler sind schlicht nicht vertreten und ehrlich gesagt nicht relevant. Ich habe für euch hier mal die Fragen zusammengetickert und auch verlinkt. Sobald Antworten da sind, werde ich diese natürlich auch nochmal zerflücken und mir genauer ansehen.

Für die AfD eine Frage zur Forschung und Gender:

Sehr geehrter Herr Boehringer,

im Wahlprogramm der AfD findet sich unter dem Punkt „7.7.2 Steuerverschwendung durch
„Gender-Forschung“ beenden“ der Hinweis „Bestehende Förderlinien sollen beendet werden.“.
Unter Punkt „8.6 Autonomie der Hochschulen stärken: Freiheit von Forschung und Lehre bewahren“ fordern Sie aber, dass es keine Beeinflussung der Universitäten in ihrer Forschung geben soll. Wie können Sie beide Punkte vereinbaren unter der Prämisse, dass auch die Politik von der Freiheits-Beschränkung von Punkt 8.6 ausgeschlossen ist?

Bei der CSU geht es um die Finanzen:

Sehr geehrter Herr Karl,

im Bayernplan der CSU wird nicht nur „Mehr Netto vom Brutto“ gefordert, sondern auch diverse Entlastungen der Bürger an allen Ecken und Enden. Insgesamt sollen dabei 15 Milliarden für die Bürger*innen zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig möchte die CSU aber die Schwarze Null und diverse Förderungen anheben oder gar schaffen.
Wie genau passen beide Möglichkeiten zusammen? Und welchen Beitrag werden Sie hierzu leisten?

Die Linke erhält eine Wirtschaftsfrage:

Sehr geehrter Herr Lenz,

die Linke setzt sich in vielen Bereichen dafür ein, dass zur Bekämpfung verschiedenster Probleme vor allem die Löhne angehoben werden sollen. Dies ist ein lohnenswertes Ziel. In den Wirtschaftsbereichen sind aber vor allem das Personal der größte Kostenfaktor für Produkte und Leistungen. Welche Lösung haben Sie dafür, dass die steigenden Löhne nicht unmittelbar zu steigenden Lebenshaltungskosten führen und somit ein Null-Summen-Spiel entsteht oder gar von Sozialleistungabhängige noch stärker belastet werden?

Und die SPD zur Umsetzung längst gemachter Versprechungen:

Sehr geehrter Herr Foitzik,

im Wahlprogramm fordert die SPD die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung. Am 23. Juni stimmte die SPD aber fast geschlossen dagegen. Wie sehen Sie solch eine Diskrepanz zwischen dem Verhalten und den gemachten Versprechungen? Zudem dies nicht der einzige Fall ist und viele Punkte im Wahlprogramm durch die SPD schon längst hätten umgesetzt werden können.

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