Unbenannt

Jeden Abend kommst du zu mir und ich ertrage das nicht mehr. Du kommst und gehst wie du willst. Aber so funktioniert unsere Beziehung nicht. Deine Liebe ist mir zu monoton. Sie beruht auf Egoismus. Du kannst nicht einfach bei mir vorbei schauen, dir eine halbe Stunde Liebe abholen und dann einfach mitten in der Nacht verschwinden.
 
Du stiehlst dich davon! Aus meinem Haus und meinem Leben und glaubst am nächsten Abend wieder einfach so ein Teil davon sein zu können. So läuft das aber nicht. Ich ertrag diese Portion Egoismus nicht. Ich habe dich wirklich gern und kenne doch deinen echten Namen nicht. Ich nenne dich Hannah, aber dir ist das egal. Ziehst davon mit deinem roten Haar, raus in die Nacht und lässt mich hier in der Kälte zurück.
 
Heute stehst du wieder hier. Du Unbekannte in meinem Leben. Ich solle dich rein lassen. Dich zu mir lassen. Aber es geht nicht. Ich habe erfahren wo du wohnst. Ich kenne dein anderes Leben und frage mich, was du bei mir suchst. Ich versuche mit dir zu reden. Ich frage was du willst, aber du weichst mir aus. Gehst davon, willst von alle dem nichts wissen.
 
Ich will dich verbannen. Raus aus meinem Leben. Verschwinde endlich und zerstöre mich nicht weiter. Auch ich habe ein Leben. Ein eigenes. Ohne dich. Aber ich kann nicht. Die Tür steht offen. Du kommst herein. Läufst durch dieses Haus als ob es dein eigenes wäre. Ich seufze. Setze mich auf die Couch und warte auf dich. Du lässt mich zappeln. Vorsichtig rufe ich nach dir und endlich lässt du dich zu mir herab. Springst neben mir auf die Couch und ich streichle dich hinter deinem Ohr. Du fängst an zu schnurren.
Du Dieb meiner Liebe.

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