Ich und die Heimat

Um jetzt hier einfach mal echten Respekt und Tribut zu zollen: Eigentlich entstand dieser Artikel selbstständig, da ich mir Gedanken zum Wort „Heimat“ gemacht habe. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Begriff stark durch die Medien geht. Erst heute wieder habe ich einen taz-Artikel dazu gelesen. Genug der eigenen Lobhudelei. Ich traf auf einen Blog von Anwolf. Anwolf betreibt einen Reiseblog. Einen persönlichen und sehr schönen noch dazu. Mir gefiehl der einfache Blick auch auf nähere Reiseziele und die hündische Kombination. Naja, zumindest kam dort auch die Frage nach „Heimat“ auf und da passte mein Beitrag doch dazu.

Ich bin viel umgezogen. Also ich und MEH. Sie als Kind Eltern bedingt, ich erst später mit ihr für und wegen unseren Kindern. Eigentlich jedes Mal wenn wir ein Neues bekamen. Wir haben uns vergrößert und unser Wohnraum musste es auch. Jetzt ziehen wir wieder um. Zurück an den Ort an dem ich aufgewachsen bin. Einige sagen nach Hause. Zurück in die Heimat. Heimat?!

Ich hantiere viel mit der Sprache. Arbeite mit ihr, spiele mit ihr, kenne viele Bedeutungen. Aber Heimat. Dieser Begriff ist für mich fremd. Ich verwende Zuhause, als die Wohnung in der ich lebe. Heimat weniger. Dieses Wort geht durch die Medien. Vor wenigen Jahren fast verschwunden und heute umso präsenter. Was ist Heimat? Heimat ist eine Beziehung zwischen einer Person und einen Raum, so beschreibt ihn Wikipedia. Ein vertrauter Ort, dort wo man sich wohl und sicher fühlt, würden viele sagen. Das war auch Coswig für mich. Ein Ort der mir vertraut vor kam. Bekannt. Sommer habe ich im angrenzenden Weinböhla verbracht. Damals gab es noch eine Lücke zwischen den Ortsschildern. Heute nicht mehr, auch kein Kopfsteinpflaster. Ein bekannter Ort, aber Heimat?

Genauso in Neumarkt, hier bin ich aufgewachsen. Bin ganze Straßenzüge nach Hause gelaufen. Kenne viele Ecken und entdeckte immer mal wieder was Neues. Vieles so vertraut. Da ist es wieder: „Ein vertrauter Ort“. Dort gehen wir wieder hin zurück. An einen Ort der mir bekannt ist und von dem ich doch weg wollte, weil er mich ablehnte und ich ihn. Diese Straßen, viel zu bekannnt. Überall Erinnerungen. Gute und schlechte. Teils verdammt schlechte, teils wunderschöne. Dort hin zurück in die „Heimat“. Ein Ort zwischen Wut, Trauer, Freude und Liebe. Einfach alles. Also doch Heimat! Die Beziehung zwischen einer Person und einem Ort. Ein Haufen Erinnerungen, ein Sammelsurium an Gefühlen bezogen auf einen Raum. Das ist also Heimat.

Ein wandelbares, wankelmütiges Ding. Flüchtig und veränderbar in der Zeit. Veränderbar duch mich, wie ich. Eine Wechselbeziehung also. Überall wo ich bin, ist auch sie. Ich hinterlasse Spuren in ihr und sie in mir. Heimat ist und war. Heimat kann nicht sein, ist nicht greifbar. Lebbar, jeden Tag. Belebbar durch bloßes sein. Wie Luft so flüchtig und doch so fest. Ein fester Ort, in mir.

2 Kommentare

  1. […] Voll im Kopf: Ich und die Heimat […]

  2. […] … Ein wandelbares, wankelmütiges Ding. Flüchtig und veränderbar in der Zeit. Veränderbar duch mich, wie ich. Eine Wechselbeziehung also. Überall wo ich bin, ist auch sie. Ich hinterlasse Spuren in ihr und sie in mir. Heimat ist und war. Heimat kann nicht sein, ist nicht greifbar. Lebbar, jeden Tag. Belebbar durch bloßes sein. Wie Luft so flüchtig und doch so fest. Ein fester Ort, in mir. … Hier geht es zum ganzen Artikel. […]

Schreibe einen Kommentar